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Alumni-Steckbrief
Dr. Karin Melanie Cabanillas Stanchi

[20.05.21]
„Für das gute wissenschaftliche Arbeiten ist eine ergebnisoffene Herangehensweise und das Anzweifeln der eigenen Ergebnisse und Interpretationen von zentraler Bedeutung.“
 

Das Portät zeigt Dr. Karin Melanie Cabanillas Stanchi lächelnd mit Pflanzen im Hintergrund.

Mein Name

Karin Melanie Cabanillas Stanchi

Studienzeit in Hohen­heim

10/2008 - 10/2010 Hauptstudium der Lebens­mittel­chemie;
11/2010 - 11/2011 Diplomarbeit bei Prof. H.K. Biesalski/Dr. Nicolle Breusing, Bio­chemie und Ernährung

Hier bin ich heute tätig

Uni­versi­tätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen, Allgemeine Pädiatrie, Hämatologie und Onkologie; aktuell als PostDoc der AG Döring

Darum habe ich mich für die Wissen­schaft entschieden

Früher, und auch heute noch ungemindert, fasziniert mich, wie die Pro­zesse des menschlichen Körpers gesteuert sind, und wie sie in einer so hohen Perfektion ineinandergreifen. Obwohl die Wissen­schaft schon einige Antworten über diese komplexe Maschine gefunden hat, gibt es wohl noch unendlich mehr, was wir noch nicht verstehen. Ein kleiner Teil dieses Erkenntnisprozesses zu sein, ins­besondere dann, wenn es um die Entstehung und Behandlung von Krebserkrankungen (in Kindern) geht, empfinde ich nach wie vor als große Ehre.

Das macht mir Freude an meinem Beruf

Glücklicherweise kann ich sagen, dass mir sehr viele Dinge sehr gut gefallen: eine unglaublich inspirierende "Chefin" und Mentorin zu haben, der Fachbereich an sich, die Möglichkeit die Projekte von der Konzeption bis zur Publikation zu begleiten, eigenen Fragestellungen nachgehen zu können, das interdisziplinäre Arbeiten zwischen den Fachrichtungen, die Betreuung von Studenten und Doktoranden, aber ins­besondere gefällt mir der Erkenntnisgewinn an sich. Der schönste Teil für mich ist, dieses neue Wissen in eine Form zu überführen, durch die theoretisch alle Menschen an diesem Wissen teilhaben können, und damit vielleicht irgendwann dazu beizutragen, dass die kleinen und großen Patienten eine hoffnungsvollere Perspektive für ihre schwere Erkrankung erhalten.

Kernthemen meiner Forsch­ung

In den letzten Jahren hat sich das Arbeits­gebiet der AG auf die hämatopoetische Stammzelltransplantation in Kindern fokussiert; dabei wurden sehr unterschiedliche Fragestellungen untersucht, angefangen von Biomarkern, die helfen, frühzeitig schwere transplantations-assoziierte Komplikationen bei den Kindern zu erkennen bis hin zur Prüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Supportiv- und Prophylaxe-Medikamenten. Aktuell starten einige Projekte im Bereich der Psychoneuroimmunologie und Psychoonkologie. Ziel eines der Projekte ist es beispielsweise zu zeigen, welchen Einfluss die Psyche der Kinder auf die Gesundheit und das Immunsystem hat. Wir wollen herausfinden, ob die Kinder gezielt mental unterstützt werden können und sie so immunkompetenter und gesünder durch die schwere Therapiezeit kommen und eventuell ein niedrigeres Rückfallrisiko haben.

Das habe ich bereits erreicht

Dr. rer. nat. (Bio­chemie/molekulare Onkologie), die Gründung einer eigenen Familie

Mein nächstes Projekt

Ist in der Beantragung…

Das benötige ich für gute Einfälle bzw. um kreativ zu sein

Zeit und den Blick in die Weite.

Das ist heute für meine Arbeit wichtig, habe ich aber nicht im Studium gelernt

Für das gute wissen­schaftliche Arbeiten ist eine ergebnisoffene Herangehensweise und das Anzweifeln der eigenen Ergebnisse und Interpretationen von zentraler Bedeutung. Wir sind jedoch alle begleitet von persönlichen Interessen, Beziehungen, Bedürfnissen, Emotionen, die uns im Rahmen des wissen­schaftlichen Arbeitens nicht beeinflussen dürfen. Man muss sich selbst sehr gut kennen und spüren können, um diese Einflüsse bei der eigenen Arbeit ganz bewusst ausblenden zu können. Ich hätte es sehr schön gefunden, wenn das Thema Selbstreflexion bereits im Studium konkret behandelt worden wäre.

Meine Arbeitsweise zeichnet sich dadurch aus

Ich arbeite gerne schnell, strukturiert und präzise, bin aber auch gerne kreativ und entwickle neue Ideen
Diese persönlichen Voraussetzungen sollte man für die Arbeit in der Wissen­schaft mitbringen: eine sehr hohe Frustrationstoleranz, Eigenmotivation und Flexibilität – oftmals läuft es in der Forsch­ung (vor allem im Labor) nicht so, wie man es vielleicht geplant hat. Davon sollte man sich keinesfalls demotivieren lassen, sondern schnell und flexibel anpassen, umplanen, weitermachen. Man erhält in der Regel kein unmittelbares Erfolgserlebnis – die großen Erfolgsgeschichten in der Medizin (oder anderen Fachrichtungen), wie zum Beispiel die Entwicklung von CRISPR/Cas9 sind ja immer eine Gemeinschaftsleistung, und werden oft über Jahre und Jahrzehnte hinweg geschrieben.

Dieses nichtwissen­schaftliche Buch habe ich zuletzt gelesen

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (gemeinsam mit meiner Tochter)…